Antidumpingzölle auf Polyesterfasern benachteiligen europäische Textilhersteller


(openPR) - Der Gesamtverband textil+mode ist empört über das Vorhaben der EU-Kommission, Strafzölle auf Einfuhren von Polyesterfasern aus Malaysia und Taiwan einzuführen. Die Zölle in Höhe von 23 % für malaysische und 29,5 % für taiwanesische Fasern sollen bereits in wenigen Wochen in Kraft treten. „Ohne jede Notwendigkeit will die Kommission Maßnahmen einführen, die dem Textilstandort Europa schaden. Deutsche Unternehmen sind die Hauptleidtragenden. Wir sind extrem verärgert", kommentiert Hauptgeschäftsführer Dr. Wolf-Rüdiger Baumann die Pläne. Gegenüber Südkorea, China, Saudi-Arabien und Weißrussland bestehen bereits Maßnahmen. „Kommen nun auch noch Malaysia und Taiwan hinzu, sind drei Viertel der europäischen Polyesterfaser-Einfuhren mit Strafzöllen belegt." Im Falle Deutschlands sind sogar über 80 % der PES-Faserimporte aus Nicht-EU-Ländern betroffen. „Wir sind der Auffassung, dass die EU-Kommission gegen Dumping-Praktiken vorgehen muss. Es ist aber schlichtweg nicht nachvollziehbar, dass alle relevanten Herstellerländer von Polyester Dumping betreiben sollen.“

Die Leidtragenden sind Spinnereien, Vliesstoffhersteller sowie Firmen, die Polyester als Füllfasern einsetzen, z. B. in der Bettwarenproduktion. Ihre ausländischen Konkurrenten können weiterhin auf günstige Fasern zurückgreifen, während EU-Unternehmer im Preiswettbewerb künstlich benachteiligt werden. Schließlich macht die Faser bei vielen Produkten 50 % an den gesamten Herstellungskosten aus. Bei einigen Garnen und Vliesstoffen sind es sogar 70 %. Schon seit vielen Jahren ist die europäische Chemiefaserindustrie nicht mehr in der Lage, den heimischen Bedarf an normalen Polyesterstapelfasern zu decken. Im Bereich der Commodity-Fasern klafft nicht nur eine Versorgungslücke. Auch aus Preis- und Qualitätsgründen setzen deutsche Textilunternehmen häufig Fasern aus Fernost ein. „Die Produktion auf großen und hochmodernen Anlagen macht die asiatischen Anbieter einfach konkurrenzfähiger. Mit Dumping hat das nichts zu tun", so Dr. Baumann. Ungehalten ist der Gesamtverband textil+mode auch über den Ablauf und die mangelnde Transparenz der Verfahren. „Wir sehen uns in diesem und in anderen Fällen mit unzulässigen Kettenklagen des europäischen Chemiefaserverbandes (CIRFS) konfrontiert. Wir meinen, dass die EU-Kommission sich auch in weiteren Punkten nicht an bestehende Rechtsvorschriften gehalten hat", so Dr. Baumann.

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Stefanie Engel
Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
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Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. vertritt diese Branche in wirtschafts-, sozial- und tarifpolitischen Fragen. Insgesamt sind in der Textil- und Modebranche ca. 400.000 Arbeitnehmer, davon mehr als 120.000 in Deutschland, beschäftigt. Der Gesamtverband ist Mitglied des BDA und des BDI. Auf europäischer Ebene besteht die Mitgliedschaft im europäischen Dachverband der Textil- und Bekleidungsindustrie, Euratex.

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