Demokratisch geprüfte Sicherheit - Möglichkeiten einer wirksamen Kontrolle der Polizei
Bürgerrechtsorganisation seit 1961
(openPR) - Über seine Erfahrungen als Hamburger Innensenator spricht Hartmuth Wrocklage am Dienstag (12. Dezember) im Hörsaalgebäude der Philipps-Universität Marburg an der Biegenstraße. In seinem Vortrag unter dem Titel "Demokratisch geprüfte Sicherheit - Möglichkeiten einer wirksamen Kontrolle der Polizei" referiert der Sozialdemokrat auf Einladung der Humanistischen Union (HU) und des Zentrums für Konfliktforschung der Philipps-Universität (ZfK) über eine freiheitlich und sozial ausgerichtete Innenpolitik. Von September 1994 bis Mai 2001 war Wrocklage Innensenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit der unabhängigen Polizeikommission schuf er dort eine glaubwürdige Beschwerde-Instanz, die die Bürgerinnen und Bürger wirksam vor Übergriffen von Polizeibeamten schützen sollte. Die von ihm verfolgte Strategie des "Community Policing" führte zum größten Erfolg der Hamburger Polizei-Geschichte: Nicht nur wurde in seiner Amtszeit ein höherer Prozentsatz von Straftaten aufgeklärt als je zuvor; es wurden auch mehr Delikte angezeigt.
Wrocklages freiheitlich ausgerichtete Polizei-Arbeit war vielen jedoch ein Dorn im Auge: So titelte die BILD-Zeitung, Hamburg sei unter Wrocklage zur "Hauptstadt des Verbrechens" geworden. Das Boulevard-Blatt wie auch die Hamburg beherrschende Springer-Presse insgesamt begannen eine beispiellose Kampagne gegen Wrocklage. Anstelle seiner offenen Innenpolitik forderten sie eine konservative "Law-and-Order-Politik". Am Ende stand die Berufung Ronald Schills zum Innensenator, der die Polizeikommission prompt wieder abschaffte. Seine Erfahrungen mit einer auf die Freiheitsrechte der Menschen und ihre sozialen Nöte ausgerichteten Polizei-Arbeit und der Gegenreaktion konservativer Kräfte wird Wrocklage am Dienstagabend in die aktuellen innenpolitischen Diskussionen einbetten. Seit 2004 ist Wrocklage Mitglied des Bundesvorstands der Humanistischen Union. Außerdem arbeitet der Jurist ehrenamtlich für Amnesty International (AI). Seine Erfahrungen aus der AI-Kommission "Polizei-Recherche" wird Wrocklage in Marburg ebenfalls kurz vorstellen.
Interner Hinweis an alle Redaktionen:
Im Vorfeld der Veranstaltung steht Hartmuth Wrocklage der örtlichen Presse am Dienstag (12. Dezember) um 18 Uhr im fjh-Journalistenbüro an der Furthstraße für ein kurzes Pressegespräch zur Verfügung. Über eine Ankündigung seines Vortrags wie auch über Ihre Berichterstattung von der Pressekonferenz und der Veranstaltung würden wir uns freuen.
Dragan Pavlovic
(Pressesprecher des HU-Ortsverbands Marburg)
Tel. 06402/50 89 32
Humanistische Union e.V., HU-Ortsverband Marburg
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Die Humanistische Union ist die älteste Bürgerrechtsorganisation in der Bundesrepublik. Seit 1961 hat sie sich unter anderem eingesetzt gegen Notstandsgesetze, menschenunwürdige Verhältnisse in Gefängnissen und Psychiatrie, Paragraph 218 StGB, Berufsverbote, Volkszählung, Einschränkung des Asylrechts und den Lauschangriff. Mit Veranstaltungen, Stellungnahmen, Veröffentlichungen und in enger Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, engagierten Einzelpersonen und kritischen Fachleuten mischt sie sich ein, wenn Menschen und Bürgerrechte eingeschränkt werden.
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